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Sächsischer Bürgerpreis

Blick in die Frauenkirche zur Verleihung des Bürgerpreises
Verleihung Bürgerpreis 2016: Sachsens Ministerpräsident Tillich ehrt in seiner Ansprache die Arbeit und den Einsatz der Ehrenamtlichen.  © Matthias Rietschel

Zum siebten Mal wird am 16. Oktober 2017 in der Unterkirche der Frauenkirche der Sächsische Bürgerpreis verliehen. Gemeinsam mit der Stiftung Frauenkirche Dresden und der Kulturstiftung Dresden der Dresdner Bank würdigt der Freistaat Sachsen Vereine, Initiativen, Institutionen oder Einzelpersonen für ihren herausragenden Einsatz für die Gesellschaft, für Toleranz und für Demokratie.

Stellvertretend für die zahlreichen Menschen, die sich in Sachsen ehrenamtlich engagieren, werden in den Kategorien gesellschaftlich-soziales und kulturell-geistliches Engagement, Engagement in der Schule oder im Sport sowie in der Arbeit mit Flüchtlingen jeweils eine Person oder Initiative ausgezeichnet. Bestandteil der Auszeichnung durch die Stifter ist ein Betrag von 5.000 € für jeden Preisträger.

Aufgerufen sind die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, aber auch Vertreter aus den Bereichen Schule, Sport und den Kirchen, bis zum 9. Mai ihre Vorschläge an ihre Landräte oder – bei den kreisfreien Städten – die Oberbürgermeister zu senden.

Eine Demokratie braucht Gemeinsinn, öffentliche Debatte und Meinungsbildung sowie soziales Miteinander. Ausgezeichnet werden der Einsatz für das Gemeinwohl und die Fürsorge für andere Menschen.

Kultur und Religion sind dem Staat vorgelagert. Sie tragen zu einem Fundament von Werten bei und können Orientierung geben. Ausgezeichnet werden Initiativen, die mit kultureller oder religiöser Inspiration das gesellschaftliche Leben bereichern.

Schulen sind Orte, an denen Demokratie und Toleranz erlernt werden können. Ausgezeichnet werden Jugendliche oder schulische Initiativen, die sich über den Lehrplan hinaus für die Demokratie und ein tolerantes Miteinander einsetzen.

Leistungs- und Breitensport sind Gelegenheiten, bei denen Fairness und Integration gelebt werden können. Ausgezeichnet werden Personen und Initiativen, die dafür in besonderer Weise eintreten und damit einen wichtigen Beitrag für einen fairen Umgang und gegen Ausgrenzung leisten.

Zuwanderung und Flucht aus unterschiedlichen Kulturkreisen sind eine Herausforderung für das gesellschaftliche Zusammenleben. Ausgezeichnet werden Initiativen, die sich für ein friedliches und tolerantes Zusammenleben, gegenseitiges Verständnis einsetzen und konkrete Hilfe bei der Integration leisten.

Hier erhalten Sie weitere Informationen zum Verfahren und zur Jury:

Das Verfahren

In einer ersten Phase schlagen die Bürgermeister(innen) bzw. weitere Vorschlagsberechtigte aus den Bereichen Schule, Sport und den Kirchen ihrem Landrat besonders auszeichnungswürdige Projekte, Vereine, Initiativen, Institutionen oder Einzelpersonen aus ihren Kommunen vor.

In der zweiten Phase nehmen die Landräte aus den eingegangenen Vorschlägen die Nominierungen vor, die sie durch eigene Vorschläge ergänzen können. In Chemnitz, Dresden und Leipzig nominieren die Oberbürgermeisterin und die Oberbürgermeister ihre Kandidaten direkt. Bis zum 23. Mai 2017 können je Kategorie bis zu fünf Nominierungen aus den Landkreisen und kreisfreien Städten eingereicht werden.

In der dritten Phase werden die Nominierten um eine Beschreibungen ihrer Projekte bis zum 20. Juni 2017 gebeten. Diese Rückmeldung ist die Voraussetzung, um in das Auswahlverfahren zu kommen. Die Projektbeschreibungen durch die Nominierten dienen als Grundlage für die Entscheidung der Jury. Eine vom Ministerpräsidenten einberufene Jury ermittelt die Preisträger. Die Preise sind in allen fünf Kategorien jeweils mit 5.000 Euro dotiert.

Die Jury

»Wer die Wahl hat, hat die Qual«

Die von den Stiftern ausgewählten Mitglieder der Jury zur Vergabe des »Sächsischen Bürgerpreises«, die sich neben jeweils einem Vertreter der beiden ausrichtenden Stiftungen aus weiteren Persönlichkeiten der verschiedensten gesellschaftlichen Bereiche zusammensetzt, wurde von Ministerpräsident Stanislaw Tillich für die Dauer der Legislatur berufen:

  • Kommunales:
    Dr. Pia Findeiß, Oberbürgermeisterin der Stadt Zwickau
  • Medien:
    Stefan Raue, Chefredakteur, Mitteldeutscher Rundfunk
  • Wissenschaft:
    Prof. Dr. Andreas Pinkwart, Rektor der Handelshochschule Leipzig
  • Soziales:
    Adelheid Schoeck-Schindzielorz, Vorsitzende des Vereins »Spielprojekt e.V.«
  • Vertreter der Stiftungen:
    Petra Ostermann, Vertreter der Kulturstiftung Dresden der Dresdner Bank,
    Pfarrer Sebastian Feydt, Vertreter der Stiftung Frauenkirche
  • Politische Bildung:
    Frank Richter, Direktor der Landeszentrale für politische Bildung

Ihre Aufgabe ist es, aus den eingereichten Nominierungen die Preisträger auszuwählen.

Ansprechpartner

Referat 33/ Abteilung 3

Susanne Limbach

Telefon: 0351 564-1367

E-Mail: susanne.limbach@sk.sachsen.de

Die Preisträger des Sächsischen Bürgerpreises - Eine Übersicht ab 2011

 

2016

 

  • Ehrenamtliche »Betreuungslotsen« der Jugendgerichtshilfe Dresden 

Betreuungslotsen bieten Hilfe zur Selbsthilfe für straffällig gewordene Jugendliche. Sie unterstützen bei der Suche nach einer Wohnung und einem Ausbildungsplatz und geben Hilfe im Alltag. Die Lotsen leisten einen Beitrag zur Kriminalprävention und schaffen mit den Jugendlichen Grundlagen für ein straffreies und geordnetes Leben.

 

  • Jörg Dathe, stellvertretender Vorsitzender des Döbelner SV

Jörg Dathe ist stellvertretender Vorsitzender des Döbelner SV sowie Integrationsbeauftragter im Programm »Integration durch Sport«. Flüchtlingen und bedürftigen Kindern aus sozial schwachen Verhältnissen werden sportliche Angebote gemacht. Der Verein ist aktiv bei der Integration. So wurden im Döbelner SV drei Freizeitsportgruppen für die zahlreichen Flüchtlinge in der Stadt gebildet.

 

  • Ehrenamtlicher Bücherdienst der Städtischen Bibliotheken Dresden

Ältere, Kranke und Menschen mit Behinderung werden von Bücherboten regelmäßig zu Hause besucht und mit einem Medienpaket versorgt. Dieses wird individuell auf die Interessen des einzelnen Lesers zusammengestellt. Aktuell werden fast 100 Leser von ehrenamtlichen Bücherboten besucht. Dieser Service ist für dauerhaft immobile Menschen in der Jahresgebühr inklusive und bereichert ihr Leben kulturell und bietet soziale Kontakte.

 

  • Adam-Ries-Bund e.V. Annaberg-Buchholz

Der Adam-Ries-Bund e.V. organisiert mit dem Adam-Ries-Wettbewerb einen jährlichen mathematischen Wettbewerb für Schüler der Klassenstufe 5 aus Bayern, Sachsen, Thüringen und Tschechien. Der 1991 gegründete Verein verfolgt das Ziel der Bewahrung des kulturellen Erbes, weckt mathematische Interessen, Freude am Rechnen und befasst sich mit dem Werk des Rechenmeisters Adam Ries. Die Organisation des Wettbewerbs und die Betreuung der Schüler erfolgt durch die ehrenamtlichen Mitglieder.

 

  • »Friede hilft!« Ein Schülerprojekt in der Gemeinschaftsunterkunft Friedersdorf

Die Schüler setzten sich neben ihrem Schulalltag in der Gemeinschaftsunterkunft Friedersdorf ehrenamtlich für Flüchtlinge ein. Unter dem Titel »Friede hilft!« brachten sie Flüchtlingen Sprache und Kulturverständnis nahe, betreuten Kinder während der Deutschkurse und vermittelten die Kultur und den Alltag in Deutschland. Höhepunkt war eine Feier zum Frauentag, wo gemeinsam gekocht, getanzt und gefeiert wurde.

 

2015

 

  • Willkommen im Hochland e.V.

Mit Deutschkursen, Sport- und Freizeitaktivitäten, gemeinsamen Ausflügen aber auch mit der Begleitung bei Arztbesuchen und Behördengängen unterstützt der Verein Flüchtlinge und Asylbewerber im Dresdner Osten und leistet gleichzeitig wichtige Aufklärungsarbeit innerhalb der Bevölkerung.

 

  • Wolfgang Goldstein, Schulleiter der Oberschule Schleife

Wolfgang Goldstein verfasst Geschichten zu Musicals für Kinder und Erwachsene, die sich mit dem Thema Ausgrenzung befassen – und führt die Schüler damit an tolerantes Verhalten und Verständnis heran. Die Aufführungen in Dresden, Chemnitz und Schleife koppelt der Schulleiter mit Spendensammlungen für Kinder in Not.

 

  • Hospizverein Vogtland e.V.

Der Hospizverein unterstützt Schwerstkranke, Sterbende und deren Angehörige am Krankenbett, in der Trauerphase innerhalb von Einzelgesprächen, in Gruppen oder im offenen Trauercafé, aber auch durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit.

 

  • Tim Döke, Flüchtlingshilfe im Landkreis Bautzen

Tim Döke wurde in dieser Kategorie für seinen Einsatz bei der Integration von Flüchtlingen durch Sport ausgezeichnet. Er ist Flüchtlingspate, organisiert ein wöchentliches Sportangebot für 200 Flüchtlinge im Landkreis Bautzen und initiierte ein Sportfest für Asylsuchende in den Sportarten Volleyball, Basketball und Fußball. Bei der Sportjugend des Sportbundes des Landkreises Bautzen e.V. ist Tim Döke verantwortlich für die internationale Jugendarbeit.

 

2014

 

  • Bündnis für Humanität und Toleranz, Kamenz

Das Bündnis engagiert sich seit 2011 für Asylbewerber in Kamenz. Die Ehrenamtlichen bieten Deutschkurse, Hausaufgabenhilfe und Förderunterricht für die Asylbewerber an. Sie unterstützen die Asylbewerber in ihrem Alltag und tragen gleichzeitig zur Aufklärung der Bevölkerung bei, indem sie Informationsveranstaltungen organisieren. Das Bündnis vermittelt Werte wie Mitmenschlichkeit, Toleranz und Gastfreundlichkeit und regt ein friedliches Zusammenleben an.

 

  • Fan-Projekt Aue e.V.

Der Verein setzt sich für eine gewaltfreie, faire und tolerante Fankultur ein. Um diese Ziele zu erreichen, organisiert der Verein Filmabende, interkulturelle Fußballturniere und Lesungen. Außerdem ist er Ansprechpartner bei allen Heim- und Auswärtsspielen des FC Erzgebirge Aue. Das Fan-Projekt fördert somit gegenseitigen Respekt und baut diskriminierende Verhaltensweisen ab.

 

  • Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) und das Käthe-Kollwitz-Gymnasium in Zwickau (zwei Preisträger)

In dieser Kategorie teilten sich zwei Preisträger die Auszeichnung: In der VVN-BdA beschäftigen sich Schülerinnen und Schüler außerhalb des Unterrichts mit der Zeit des Nationalsozialismus. Sie nehmen an Zeitzeugengesprächen, Fahrten zu Gedenkstätten und Lesungen teil. Die Schüler werden durch das Projekt zu selbstständigem und tolerantem Handeln befähigt. Gleichzeitig lernen sie, sich gegen rechtsextreme und neonazistische Tendenzen und für Demokratie einzusetzen.

Das Käthe-Kollwitz-Gymnasium wird für die Veranstaltungsreihe »Schule im Dialog« ausgezeichnet. Seit 2005 kommen Schülerinnen und Schüler in Vorträgen, Lesungen, Bildungsreisen und Workshops mit historischen Geschehnissen und aktuellen Ereignissen in Berührung. Sie beschäftigen sich etwa mit der NS- und SED-Diktatur, um Extremismus verstehen, und ihm entgegenwirken zu können. Sie lernen, sich eine Meinung zu bilden und sie zu vertreten. Beides sind wichtige Fähigkeiten in einer Demokratie.

 

  • Monika Gerdes, Crostwitz

In Crostwitz bei Kamenz hat Monika Gerdes auf Spendenbasis eine Pilgerherberge am Ökumenischen Pilgerweg eingerichtet. Gerdes, selbst Sorbin, ermöglicht Pilgern das Kennenlernen des sorbischen Volkes und seiner Kultur. Diese Begegnungen fördern den Abbau von Vorurteilen.

 

2013

 

  • Jugendbeirat der Stadt Glauchau

Der Jugendbeirat ist ein informelles Gremium, das dem Stadtrat als Jugendvertretung beisitzt. Zehn für die Dauer von zwei Jahren gewählte Jugendliche im Alter zwischen 15 und 24 Jahren initiieren Angebote für junge Menschen vor Ort, z.B. die »Glauchauer Bildungsmesse«, Weiterbildungen, Projekttage und Elternabende an zwei Mittelschulen zu den Themen Demokratie und Toleranz. Außerdem bringt sich der Jugendbeirat bei Fragen zur Bekämpfung von Rechtsextremismus aktiv ein. Jugendliche erfahren dank des Jugendbeirates die Bedeutung von gelebter Demokratie sowie von praktiziertem politischen Engagement und können sich selbst aktiv einbringen.

 

  • Dresdner SSV e.V.

Der Bereich Integrationssport des Vereins erleichtert Zuwanderern die Annäherung an und die Integration in unsere Gesellschaft. Durch gemeinsame sportliche Aktivitäten und Erlebnisse werden bei allen Teilnehmern Werte des gesellschaftlichen Zusammenlebens wie Toleranz, gegenseitiger Respekt, Teamfähigkeit und Solidarität entwickelt und gefördert. Somit werden gegenseitige Befangenheit, Ängste und Vorurteile abgebaut und kommunikative Defizite überwunden. Der Verein ist offizieller Stützpunktverein des Programms »Integration durch Sport« des Deutschen Olympischen Sportbundes und kooperiert mit zahlreichen demokratiefördernden Arbeitsgemeinschaften und Vereinen.

 

  • Bürgerinitiative »Action ©« für Demokratie, Toleranz und Zivilcourage, Chemnitz

In enger Zusammenarbeit mit etwa 50 Kindertageseinrichtungen, Schulen und Vereinen der Kinder- und Jugendarbeit/-bildung leistet die Initiative Präventionsarbeit gegen fremdenfeindliche Tendenzen und politischen Radikalismus – häufig durch aufklärende Vorträge und Anbringen von Großplakaten an öffentlichen Orten (z. B. Einkaufszentren). Die Initiative trägt sehr öffentlichkeitswirksam zur Auseinandersetzung der Bevölkerung mit den Themen Fremdenfeindlichkeit und Radikalismus bei.

 

  • Freundeskreis Schloss Hubertusburg e.V.

Alle zwei Jahre veranstaltet er das Kolloquium »Hubertusburger Friedensgespräche«. Die Auslobung eines eigenen Jugend-Friedenspreises durch den Freundeskreis soll Jugendliche anregen, sich aktiv mit dem Thema Frieden zu beschäftigen. Darüber hinaus hat der Freundeskreis die »Places of Peace«, ein europäisches Netzwerk von Friedensorten, mitbegründet. Derzeit sind darunter 12 Orte zusammen gefasst, an denen bedeutende Friedensverträge geschlossen wurden. 1763 wurde durch den Hubertusburger Frieden der Siebenjährige Krieg beendet und damit erstmals ein weltweiter Konflikt befriedet. Durch zahlreiche Veranstaltungen, Ausstellungen und Konzerte trägt der Freundeskreis der historischen Bedeutung des Schlosses Hubertusburg Rechnung.

 

2012

 

  • Zukunft Jugend 21 e. V., Großenhain

Im Rahmen des Projektes »KLEINHAYN – meine Stadt« lernen Kinder und Jugendliche aus unterschiedlichen sozialen Milieus, demokratische Verantwortung zu übernehmen. In Selbstverantwortung gestalten sie mit eigenem Bürgermeister und Stadtrat politische Entscheidungen in der Spielstadt KLEINHAYN. Beteiligt sind auch Kinder mit Behinderungen und es steht ein toleranter Umgang miteinander im Mittelpunkt.

 

  • Verein zur Förderung der Kirche in Wiedersberg e.V.

Der Verein setzt sich für den Erhalt der St. Michaelis Kirche in dem Ortsteil der Gemeinde Triebel im Vogtlandkreis ein. So konnten bisher das Kirchgebäude vor dem Verfall bewahrt, die Kirchturmuhr restauriert und der Taufengel wieder geweiht werden. Ehrenamtlich tätige Bürger beleben kulturelles und geistliches Leben in dem ehemaligen Grenzort neu. Als nächstes Projekt soll der ehemalige Altar zurück in die Kirche gebracht werden.

 

2011

 

  • Ruth Zacharias, Radeberg

Ruth Zacharias erhält den Preis für ihren langjährigen Einsatz für taubblinde und mehrfach behinderte Menschen. Die selbst blinde Preisträgerin hat mit viel Fleiß und Begeisterung in Radeberg die Begegnungsstätte »Storchennest« aufgebaut.

 

  • Projekt Meetingpoint Music Messiaen e. V., Görlitz/ Zgorzelec

Das Projekt Meetingpoint ist eine Jugend-Kultur-Begegnungsstätte auf dem Gelände eines ehemaligen Kriegsgefangenenlagers in Zgorzelec. Die Begegnungsstätte für Jugendliche aus Polen und Deutschland dient dem kulturellen Austausch und der Versöhnung und macht Geschichte erlebbar.

 

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