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Rückblick 2013

Sächsischer Bürgerpreis 2013 verliehen

Foto: Monika Harms, Stanislaw Tillich, Ralf Suermann und Pfarrer Feydt (v.M.l.n.r) Icon vorheriges Bild Icon nächstes Bild Icon Bild vergrößern

Monika Harms, Stanislaw Tillich, Ralf Suermann und Pfarrer Feydt (v.M.l.n.r)
(© Swen Reichhold)

Foto: Monika Harms, Stanislaw Tillich, Ralf Suermann und Pfarrer Feydt (v.M.l.n.r) Foto: Festvortrag von Prof. Monika Harms Foto: Verleihung des »Sächsischen Bürgerpreises«, besinnliches Ausklingen im Kellergewölbe des Lipsiusbaues Foto: Musiktrio »Ring« Gruppenfoto: Gewinner der Kategorie »Engagement für Demokratie und Toleranz im Sport« Gruppenfoto: Gewinner der Kategorie gesellschaftlich-soziales Engagement Foto: Gewinner der Kategorie kulturell-geistliches Engagement Gruppenfoto: Verleihung des Sächsischen Bürgerpreises, Preisträger der 3. Kategorie »Engagement für Demokratie und Toleranz in der Schule«

Unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Stanislaw Tillich wurde der Sächsische Bürgerpreis am 8. Oktober 2013 zum dritten Mal in der Unterkirche der Frauenkirche Dresden verliehen, und zwar erstmals in vier statt zwei Kategorien. Neu hinzugekommen ist die Würdigung des Engagements für Demokratie und Toleranz im Sport bzw. in der Schule. Mit dieser Auszeichnung würdigen der Freistaat Sachsen, die Stiftung Frauenkirche Dresden und die Kulturstiftung Dresden der Dresdner Bank herausragenden Einsatz für das demokratische Gemeinwesen. Insgesamt waren 58 Vereine, Verbände, Initiativen, Gruppen und Einzelpersonen nominiert.

»Jedes dieser Engagements ist für unsere Demokratie wertvoll. Denn sie bedeuten, dass Sachsen für uns alle eine gute Heimat ist, weil wir als Bürger selbst dafür sorgen. Sachsen ist überall dort eine gute Heimat, wo wir uns selbst für ein tolerantes Miteinander einsetzen, wo wir uns selbst um die Pflege und Erneuerung unserer Kultur kümmern, wo wir selbst für einen starken Zusammenhalt und eine gute Gemeinschaft sorgen«, sagte Ministerpräsident Stanislaw Tillich.

Den Stiftern ist es ein Anliegen, dass der Sächsische Bürgerpreis an einem Ort verliehen wird, der sichtbares Beispiel für die Wirkungskraft bürgerschaftlichen Engagements ist. »Um sowohl vier bemerkenswerte Initiativen zu würdigen, als gleichzeitig auch die Bedeutung gesellschaftlichen Engagements im Allgemeinen in den Blickpunkt zu rücken, ist die Frauenkirche Dresden als Bürgerkirche der rechte Ort«, betonte Frauenkirchenpfarrer Sebastian Feydt.

Die mit jeweils 5000 Euro dotierten Preise gingen dieses Jahr an die folgenden Preisträger:

1. Kategorie gesellschaftlich-soziales Engagement

Preisträger ist der Jugendbeirat der Stadt Glauchau. Er ist ein informelles Gremium, das dem Stadtrat als Jugendvertretung beisitzt. Zehn für die Dauer von zwei Jahren gewählte Jugendliche im Alter zwischen 15 und 24 Jahren initiieren Angebote für junge Menschen vor Ort, z.B. die »Glauchauer Bildungsmesse«, Weiterbildungen, Projekttage und Elternabende an zwei Mittelschulen zu den Themen Demokratie und Toleranz. Außerdem bringt sich der Jugendbeirat bei Fragen zur Bekämpfung von Rechtsextremismus aktiv ein. Jugendliche erfahren dank des Jugendbeirates die Bedeutung von gelebter Demokratie sowie von praktiziertem politischen Engagement und können sich selbst aktiv einbringen.

2. Kategorie Engagement für Demokratie und Toleranz im Sport

Preisträger ist der Dresdner SSV e.V. Der Bereich Integrationssport des Vereins erleichtert Zuwanderern die Annäherung an und die Integration in unsere Gesellschaft. Durch gemeinsame sportliche Aktivitäten und Erlebnisse werden bei allen Teilnehmern Werte des gesellschaftlichen Zusammenlebens wie Toleranz, gegenseitiger Respekt, Teamfähigkeit und Solidarität entwickelt und gefördert. Somit werden gegenseitige Befangenheit, Ängste und Vorurteile abgebaut und kommunikative Defizite überwunden. Der Verein ist offizieller Stützpunktverein des Programms »Integration durch Sport« des Deutschen Olympischen Sportbundes und kooperiert mit zahlreichen demokratiefördernden Arbeitsgemeinschaften und Vereinen.

3. Kategorie Engagement für Demokratie und Toleranz in der Schule

Die Bürgerinitiative »Action ©« für Demokratie, Toleranz und Zivilcourage aus Chemnitz ist der Preisträger. In enger Zusammenarbeit mit etwa 50 Kindertageseinrichtungen, Schulen und Vereinen der Kinder- und Jugendarbeit/-bildung leistet die Initiative Präventionsarbeit gegen fremdenfeindliche Tendenzen und politischen Radikalismus – häufig durch aufklärende Vorträge und Anbringen von Großplakaten an öffentlichen Orten (z. B. Einkaufszentren). Die Initiative trägt sehr öffentlichkeitswirksam zur Auseinandersetzung der Bevölkerung mit den Themen Fremdenfeindlichkeit und Radikalismus bei. Darüber hinaus werden bereits beispielsweise bei der Erstellung der Plakate zahlreiche Kinder und Heranwachsende zu einer intensiven Auseinandersetzung mit diesen Themen angeregt.

4. Kategorie kulturell-geistliches Engagement

Der Freundeskreis Schloss Hubertusburg e.V. ist der Preisträger. Alle zwei Jahre veranstaltet er das Kolloquium »Hubertusburger Friedensgespräche«. Diese sind ein wertvoller Beitrag zur Sensibilisierung der Gesellschaft für dieses Thema. Die Auslobung eines eigenen Jugend-Friedenspreises durch den Freundeskreis soll Jugendliche anregen, sich aktiv mit dem Thema Frieden zu beschäftigen. Darüber hinaus hat der Freundeskreis die »Places of Peace«, ein europäisches Netzwerk von Friedensorten, mitbegründet. Derzeit sind darunter 12 Orte zusammen gefasst, an denen bedeutende Friedensverträge geschlossen wurden. 1763 wurde durch den Hubertusburger Frieden der Siebenjährige Krieg beendet und damit erstmals ein weltweiter Konflikt befriedet. Durch zahlreiche Veranstaltungen, Ausstellungen und Konzerte trägt der Freundeskreis der historischen Bedeutung des Schlosses Hubertusburg Rechnung.

Die Preise wurden von Ministerpräsident Stanislaw Tillich,  Frauenkirchenpfarrer Sebastian Feydt und Ralf Suermann von der Kulturstiftung Dresden der Dresdner Bank in der Unterkirche der Frauenkirche im Beisein der Nominierten sowie von Landräten, Oberbürgermeistern, Abgeordneten, Vertretern von Kirchen, Stiftungen, Vereinen, Hochschulen und Kultureinrichtungen über-reicht. Den Festvortrag hielt die ehemalige Generalbundesanwältin Prof. Monika Harms.

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