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Warum Freistaat?

Collage: Der letzte Sächsische König Friedrich August III. // Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden

Der letzte Sächsische König Friedrich August III. // Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden
(© Deutsche Fotothek, SLUB/ Shutterstock)

Warum ist Sachsen ein Freistaat?

Die Bezeichnung »Freistaat« verweist auf die demokratische Tradition Sachsens. Die Entsprechung des französischen Wortes »République« betont, dass das Land nicht von einem Souverän, sondern von seinen freien Bürgern regiert wird.

Über einhundert Jahre war Sachsen Königreich. Davor war es Kurfürstentum, Herzogtum und Markgrafschaft. Als nach Ende des Ersten Weltkriegs in Deutschland die Monarchie abgeschafft wurde, rief ein Arbeiter- und Soldatenrat am 10. November die »Republik Sachsen« aus. Drei Tage später dankte König Friedrich August III. ab. Die Bezeichnung »Republik« hatte nicht lange Bestand, und der deutsche Begriff »Freistaat« war bald erfolgreicher.

Im Februar 1919 wurde die erste »Sächsische Volkskammer« gewählt. Als sie am 28. Februar das »Vorläufige Grundgesetz für den Freistaat Sachsen« verabschiedete, wurde die Bezeichnung amtlich. Auch die am 1. November 1920 beschlossene endgültige Verfassung behielt diesen Begriff bei.

Mit dem »Gesetz über die Gleichschaltung der Länder mit dem Reich« vom 31. März 1933 wurde der Freistaat abgeschafft und mit ihm die Regierungsform der parlamentarischen Demokratie. Auch in der DDR spielte der Freistaat keine Rolle. Das Landesgebiet wurde in drei Verwaltungsbezirke aufgeteilt.

Erst nach der Friedlichen Revolution in Deutschland knüpfte man bei der Wiedereinführung der Länderstruktur im Jahr 1990 erneut an die demokratische Tradition des Freistaates an.

Privilegien oder rechtliche Besonderheiten hat der Freistaat Sachsen gegenüber anderen Bundesländern keine, wohl aber sehr viel ältere staatliche Traditionen.

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